Historie: Saarpfalzkultur e.V.

Zu Beginn des Jahres 2015 erfolgte die Vereinsgründung unter dem Namen „Förderverein Unser Bexbach e.V.“. Seit 2015 ist er an dem Programm TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel“, einer Initiative der Kulturstiftung des Bundes, beteiligt. Seither widmet sich der Verein, der im Sommer 2016 in „Saarpfalzkultur e. V.“ umbenannt wurde, der Förderung von Kunst und Kultur. Er setzt sich vor allem dafür ein, kulturelle Schulprojekte anzustoßen sowie die Arbeit gemeinnütziger Kultur- und Sportvereine im Saarpfalz-Kreis zu unterstützen.

Der Hauptfokus der Vereinsaktivitäten liegt in den nächsten Jahren auf dem TRAFO-Projekt „Kultur+ im Saarpfalz-Kreis“ (früher: „Kultur für unsere Region“), das der damalige Vereinsvorsitzende Alexander Funk 2015 initiiert hat und das zusammen mit dem Saarpfalz-Kreis als Projektträger von 2016-2020 durchgeführt wird. Das zentrale Ziel ist dabei ist die Unterstützung von Regionen bei der dauerhaften Stärkung eines lebendigen Kulturangebotes im gesamten Landkreis unter Beteiligung vieler Akteure.

Schwerpunkt der Arbeit war die Vorbereitung der Runden Tische, Beratung und Begleitung der Projektteilnehmer sowie das Setzen kultureller Impulse im Kreis. Mit der Neuausrichtung des Gesamtprojektes ergibt sich auch für Saarpfalzkultur e.V. eine neue Aufgabenstellung, die seit Eröffnung des Büros in St. Ingbert bereits umgesetzt wird. Im Rahmen des Projekts betreibt der Verein seit Juli 2017 in St. Ingbert den Treffpunkt Kultur (ehemals Transformationsbüro). Er versteht sich als öffentliche Anlaufstelle für Kultureinrichtungen, kulturelle Akteure, Vereine und Bürger zum Projekt „Kultur+ im Saarpfalz-Kreis“. Es soll ein Ort des kulturellen Austauschs werden. Ideen und Wünsche für die Ausgestaltung und Weiterent-wicklung von Kulturangeboten können hier eingebracht werden. Darüberhinaus steht Treffpunkt Kultur für kulturelle Aktivitäten wie Workshops, Lesungen und Ausstellungen zur Verfügung. Seit Mai 2018 ist Nadine Müller die Vorsitzende des Vereins Saarpfalzkultur e.V.

Entdecken – Austauschen – Gestalten – Vernetzen

Der Verein Saarpfalzkultur e.V. hat den Anspruch, über das Modellprojekt „TRAFO – Modelle für Kultur im Wandel“, das bis Ende 2020 den Saarpfalz-Kreis und den Verein Saarpfalzkultur e.V. fördert, dauerhaft zu bestehen und den Treffpunkt Kultur zu unterhalten. Der Verein verfolgt das Ziel, in den kommenden Jahren zu der Anlaufstelle „Kultur“ im Saarpfalz-Kreis zu werden, wo Künstler, Kulturschaffende, Kulturinteressierte eigene Ideen und Projekte umsetzen können.

Demokratie und Toleranz

Neben der Arbeit im Rahmen von „Kultur+ im Saarpfalz-Kreis“ möchte der Verein künstlerische Impulse in die Region geben und setzt weitere kulturelle Projekte unabhängig vom TRAFO-Projekt „Kultur+ im Saarpfalz-Kreis“ um.

Saarpfalzkultur e.V. führt in Kooperation mit der Robert-Bosch-Schule in Homburg verschiedene Projekte zum Thema „Demokratie und Toleranz“ durch. Die Schüler und Schülerinnen der Robert-Bosch-Schule werden in fünf verschiedenen Projektgruppen im Wochenturnus selbstständig Filme, Kunstobjekte und ein Musical entwickeln. Das Ergebnis wird am Jahresende im Rahmen einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung präsentiert werden. Die jeweiligen Projektgruppen werden unter Anleitung von pädagogischem Fachpersonal angeleitet und langsam an die Themen herangeführt. Die Projektleitung wird von einem erfahrenen Pädagogen durchgeführt, welcher auch ehrenamtlicher Leiter einer Volkshochschule ist. Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie.

Projektgegenstand, Projektziele, Projektablauf

Politische Bildung war und ist notwendig für das Funktionieren eines Gemeinwesens. Die Notwendigkeit der Mitgestaltung an unserer demokratisch-politischen Ordnung muss begreifbar werden. Dem soll auch dieses Projekt Rechnung tragen. Die in den einzelnen Gruppen tätigen Kinder und Jugendlichen sollen zum Gemeinschaftserleben, zu kritischem Denken, zu Konfliktbewusstsein und Konfliktfähigkeit und letztlich zur politischen Beteiligung erzogen werden. Demokratisches Bewusstsein wird geweckt und weiterentwickelt. Bei der Projektumsetzung werden die Werte als Regeln für das Zusammenleben der Menschen, als allgemeine Orientierungen für das Denken und Handeln von Individuen und Gruppen erlebbar. Aus vielleicht apolitischen und konfliktscheuen jungen Menschen, sollen mündige Bürger werden. Toleranz ist Harmonie über Unterschiede hinweg. Sie ist nicht nur moralische Verpflichtung, sondern auch eine politische und rechtliche Notwendigkeit. Demokratie ohne rechtsstaatliche Grundsätze und fehlende Toleranz gegenüber Andersdenkenden wird scheitern. Die Demokratie lebt vom Mitmachen, vom Engagement, nicht vom Wegschauen. Deshalb müssen wir als Bürger und als Menschen Flagge zeigen und für unsere Werte und Tugenden eintreten. Wir müssen frühzeitig damit anfangen und Kinder und Jugendliche politisch sozialisieren. Es ist notwendig, zum richtigen Zeitpunkt aufzustehen, die Stimme zu erheben gegen braune und menschenverachtende Parolen und die Zeit nicht mit Warten zu vergeuden.
Die Projektideen werden von äußerst interessierten und engagierten Lehrern und Schülern in einer Projektwoche zu Schuljahresbeginn und in AGs in der Robert-Bosch-Schule umgesetzt. Wichtig bei allen Teilprojekten ist der Aspekt der Nachhaltigkeit. In den Teilgruppen (Schülerinnen und Schüler von der Klassenstufe 7 bis zur Klassenstufe 10) werden sowohl Demokratie als Staats- und Lebensform und Wertegemeinschaft als auch Toleranz als wichtige gesellschaftliche Tugend diskutiert und gelebt. Dies ist in besonderem Maße mit Kindern und Jugendlichen an dieser Schule möglich durch die Vielzahl der Nationalitäten und die damit verbundenen kulturellen Unterschiede. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass neben der politischen Bildung auch das Einüben von Gruppenregeln wichtig ist und dass das methodisch-didaktische Konzept des selbstorganisierten Lernens zum Tragen kommt.
Beim Projektmodul „Erstellen eines Films“ wird zunächst seitens der Schüler ein Fragenkatalog zum Thema erstellt. Anschließend werden in der Schule und in der Stadt Menschen aller Altersklassen befragt. Die Ergebnisse werden gesammelt, ausgewertet uns als Zitatensammlung an Wänden der Schule im Sinne „Wegschleife der Demokratie und der Toleranz“ festgehalten. Im Rahmen des Kunstprojekts „gemeinsam sind wir eins“ werden unter Anleitung einer Kunstlehrerin 22 Baumstümpfe (22 Nationalitäten an der Schule) als Sitzgelegenheit auf dem Schulhof in der Form des Schullogos aufgestellt. An den Baumstümpfen werden die Flaggen der Nationen aufgemalt. Schüler präsentieren beim Schulfest (Motto: „Demokratie und Toleranz“) ihr Land. Die Schulband komponiert unter Leitung eines Musiklehrers ein Lied zu „Demokratie und Toleranz“ und führt es beim „Tag der offenen Tür“ auf. Die Ethikgruppe, die aus vielen Nationalitäten besteht, diskutiert in ihrer AG mit ihrem Religionslehrer Werte in unterschiedlichen Kulturkreisen. Die Ergebnisse dieses „Dialogs der Kulturen“ werden auf dem Schulhof auf Stolpersteinen, Wertebalken oder auf einem Wertegang nachhaltig gesichert. Eine weitere AG diskutiert das Thema Demokratie, zeigt sie an Beispielen in der Schule und macht sie in der Kommune erlebbar. So rücken neben der politisch-institutionellen Bildung auch Alltagsaspekte der Demokratie in den Vordergrund. In einem Outdoor-Projekt („Raus aus dem Klassenzimmer, rein in die Welt“) erleben Kinder und Jugendliche Vielfalt und Teamarbeit beim Lösen gemeinsamer Herausforderungen. Darüber hinaus gibt es weitere Module, deren Darstellung den Rahmen des Berichts sprengen würde.
Text: W.G. Haßdenteufel

Infobox:
Projektschule: Robert-Bosch-Schule in Homburg (Frau Neumann, Schulleiterin)
Projektleitung: VHS Homburg (Herr Haßdenteufel, Leiter; vhs@homburg.de)
Projektverantwortlich: Saarpfalzkultur e.V. (Frau Müller, Vorsitzende)
Träger: Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie